Stellungnahme der SPD zum Trinkwasseranschluss für Weinbergbewässerung

Die SPD hat sich noch einmal ausführlich mit der Bewässerung der Weinberge in der Lage „Alte Burg“ (Luciberg) befasst.

Derzeit findet dort eine Flurbereinigung statt, bei der auch eine Bewässerungsanlage erstellt werden soll, die mithilfe einer Tröpfchenbewässerung die Reben mit Wasser versorgen soll. Der Bewässerungsbedarf wird auf 1.600 m³ – 2.400 m³ jährlich geschätzt. Hierfür soll das Wasser der drei Quellen genutzt werden, das nach deren Aufgabe als Trinkwasser- Ressource seit Jahren in die Kanalisation abgeleitet wird.

Die gesamte Schüttung von Orbisquelle, Brunnenwegquelle und Weidentalquelle von ca. 16.000 m³ pro Jahr ist mehr als ausreichend für die geplante Tröpfchenbewässerung in der Weinlage „Alte Burg“. Die Bewässerung von Weinreben mit Quellwasser zur Sicherung von Quantität und Qualität der Traubenerzeugung und des Erhalts der Kulturlandschaft „Bergsträßer Reben- und Blütenhang“ wird von der SPD grundsätzlich begrüßt. Ohne eine sinnvolle Folgenutzung der Quellen müsste zudem ein Rückbau von noch vorhandenen Quellfassungen erfolgen, um den ursprünglichen Zustand weitgehend wiederherzustellen.

Die bedarfsgerechte Bewässerung der Reben könnte allerdings erschwert werden, wenn in sommerlichen Trockenperioden bei hohem Wasserbedarf die Quellschüttungen möglicherweise temporär nicht ausreichen. Um diesen eventuellen Fehlbedarf auszugleichen, soll ein Anschluss der Bewässerungsanlage an die örtliche Trickwasserversorgung (Hochbehälter) erstellt werden. Und genau das sieht die SPD kritisch und lehnt einen Trinkwasseranschluss, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt ab. Bevor genau in der Zeit des Jahres, in der auch der Trinkwasserbedarf der Bevölkerung besonders hoch ist, ein Trinkwasseranschluss zur Weinbergbewässerung genutzt wird, sollte die Tröpfchenbewässerung mit Quellwasser erst einmal erprobt werden.

Forschungsprojekte von Rebenversuchsanstalten haben gezeigt, dass für ein optimales Ergebnis der Tröpfchenbewässerung von Weinreben ein passgenaues Bewässerungsmanagement erforderlich ist. Ein solches Steuerungssystem per App soll bei der Anlage für die „Alte Burg“ zur Verfügung stehen.
Aus Sicht der SPD kann daher auf einen Anschluss an das örtliche Trickwassernetz zurzeit durchaus verzichtet werden. Die Speicherung von „überschüssigem“ Quellwasser in größeren Mengen als derzeit geplant, könnte die Verwendung von Trinkwasser entbehrlich machen heißt es abschließend in der Stellungnahme der SPD

Dr. Regine Nethe-Jaenchen/Peter Kaffenberger

.